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Warum hat Banking eigentlich nichts mit dem Leben zu tun?

Der Finanzmarkt schafft eine durchgängige Vernetzung der Welt. Damit besitzt er eine Infrastruktur, die einer »Weltlogik« gleichkommt. Vielleicht gerade deshalb steckt die Bankenbranche in ihren alten Denkmustern fest wie kaum eine andere. Sie agiert nur in eine Richtung, stülpt dem Rest der Welt weiterhin ihre Produktlogik über, obwohl diese veraltet ist und vor allem eines tut: die internen Strukturen der Bank widerspiegeln.

Nun steht die Disruption des Bankgeschäfts durch die digitale Transformation bekanntlich schon lange bevor, Prozesse werden digitalisiert und alte Geschäftsmodelle über den Haufen geworfen. Die Stimmung schwankt zischen Hysterie, Aktionismus und Verdrängung. Wie geht das denn, sich neu zu erfinden?

Perspektivwechsel: Banking vom Leben her denken

Wir glauben vor allem, dass es die Denkweise ist, die sich verändern muss. Ein radikaler Perspektivwechsel im Bankgeschäft. Welch interessante neue Perspektiven ergeben sich zum Beispiel, wenn man Banking genau von der anderen Seite her denkt? Wenn Geldströme, Portfolio-Content und die Berührungspunkte mit der Bank zur natürlichen Verlängerung und zum nahtlosen Anknüpfungspunkt zum Leben der Menschen werden? Wirklichkeit aus Sicht des Kunden?

Genau um diese Themen geht es in diesem Blog. Wir freuen uns, wenn wir Gleichgesinnte, schwarze Schafe und Visionäre erreiche, die sich in den hier geäußerten Thesen widererkennen, sie teilen und austauschen.

Über die Vordenker und Autoren dieses Blogs

Dr. Lothar Jonitz, Gründer tetralog systems AG

»Ich arbeite seit einem Vierteljahrhundert für die Finanzindustrie. 1993, als noch niemand wusste, wie man das Wort Fin-Tech buchstabiert wäre Robo-Advisor ein Actionheld gewesen. Ich hatte nach einem Studium der Psychologie die damals verrückte, heute immer noch tragfähige Vorstellung, mit der Messung der Risikopersönlichkeit der Anlageberatung eine fundierte, wissenschaftliche Basis zu verschaffen; sie somit dokumentierbar und revisionssicher zu machen. Das Unternehmen, das daraus entstand ist die tetralog systems AG und die Risikoprofilierung gibt es noch immer. Sie ist eines von 50 intelligenten Modulen, mit denen die tetralog systems AG die gesamte Wertschöpfungskette der Anlageberatung digitalisiert.

Ein wenig Außenseiter im Bankgeschäft bin ich wohl noch immer. Gut so, denn Außensicht ist anders denken.«

Matthias Brabetz, Sociologist

»Die Beschäftigung mit den Nebenfolgen und Wechselwirkungen von Technologie und Risiko zieht sich als roter Faden durch meine Biographie. Bei der Verwandlung von Risiken, Ungewissheiten und Uneindeutigkeiten in tragbare Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen wird stets aus dem gleichen Fundus kultureller und sozialer Praktiken geschöpft, die sich in den gängigen Methoden und Technologien für das Risiko(wahrnehmungs)management manifestieren. Immer steht dabei das Sicherheitsbedürfnis der Akteure im Konflikt mit deren Handlungsabsicht. Bei tetralog arbeite ich in einem transdisziplinären Team an innovativen Lösungen, die die Facetten von Risikowahrnehmungen greifbar machen. So wird das individuelle Risikobewusstsein geschärft und das tiefere Verständnis erwünschter und unerwünschter Folgen und Nebenfolgen hergestellt. Das hilft übrigens auch bei der rasanten Fortbewegung auf zwei Rädern, bei der die Nebenfolge Nervenkitzel langfristig vom adäquaten Risikobewusstsein profitiert.«

Dr. Peter Tigges, Conceptual Continuity

»In meiner wissenschaftlichen Karriere habe ich mich mit Augenfolgebewegungen beschäftigt. Heute habe ich den Blick fest auf die Modellierung komplexer Finanzprodukte gerichtet und stehe für die konzeptionelle Kontinuität bei tetralog. Hilfreich ist mein Hintergrund als Mathematiker und meine Vorliebe für das stehende Balancieren auf schwimmenden Brettern, was mir hoffentlich die manchmal erforderliche Ausgeglichenheit verleiht.«

Joachim Loening, Software Backbone

»Initial beruflich wegweisend waren für mich neuronale Netze. Dabei geht es häufig um die Frage, ob Ergebnis ein globales oder ein lokales Optimum darstellt. Als Mathematiker bin ich heute mit der Frage der Optimierung von Portfolien befasst und transformiere komplexe Fragestellungen in Softwarelösungen.

Privat interessiert mich die Frage, was menschliche Bildwahrnehmung als harmonisch empfindet. Ich mache gerne Architekturfotos und speziell interessieren mich Spiralen – im Raum als Wendeltreppe übrigens schwer ohne Finger beschreibbar.«

Die surrealen Bilder von Joachim Loening zeigen die Schönheit in einer bestechend mathematischen Sichtweise und sind vielfach in diesem Blog zu sehen. Ähnlich wie sie oft Durchgangs- und Zwischenräume in ungewöhnlichen Perspektiven darstellen, geht es in unseren Blogbeiträgen oft um den Zugang zur Lebenswelt der Kunden und einen Perspektivwechsel in eingefahrenen Denkweisen. Folge Joachim Loening auf Instagram 

Dirk Specht, Digital Brain

»Als ich Informatik und Finanzmathematik studierte, fand mich eine Anzeige von CAPITAL. Der Chefredakteur suchte Menschen, die rechnen können, worüber andere schreiben. So kam ich als Quereinsteiger in die Medienwelt und fand rasch Spaß daran, darüber zu schreiben, was ich bisher nur rechnen durfte. Die Leidenschaft ist bis heute geblieben, obwohl es nur gelegentlicher Teil meiner Tätigkeiten wurde. Der Ruf nach Menschen mit technischem und fachlichem Verständnis führte übers Schreiben hinaus: Finanzen und Technologie wurden mein Metier lange bevor es Fintech hieß. Anwenden durfte ich es im Medienmanagement sowie bei Banken und Versicherungen, lernen konnte ich dabei, dass Finanzen und Technologie vor allem durch neue mediale Nutzungsmöglichkeiten das heutige Veränderungspotenzial erreicht haben.«